Barrierefreies Webdesign
Internet kann jeder lesen, sogar ein Blinder. Vorausgesetzt, die Seiten sind barrierefrei gestaltet. Barrierefrei heißt regelgerecht und für jedermann nutzbar.
Die Regeln für Barrierefreies Webdesign wurden für Menschen mit Behinderungen gemacht, aber sie leisten auch darüber hinaus gute Dienste. Dahinter steht der Leitgedanke einer universellen Nutzbarkeit. Barrierefreie Websites können mit jedem Browser gelesen werden, auch mit mobilen Geräten wie Handy und PDA, auch mit der Sprachausgabe im Bordcomputer eines Autos.
Wie wichtig Barrierefreiheit für das Internet ist, sagt Tim Berners-Lee, der das Internet erfunden hat: "The power of the web is in its universality." Das Internet kann sein volles Potential erst dann entfalten, wenn es so universell ist, dass eine Behinderung keine Rolle spielt.
Aktuell: Barrierefreiheit im Internet (PDF 48 KB), Vortrag in einfacher Sprache von Brigitte Bornemann-Jeske in der Ringvorlesung Disability Studies der Uni Hamburg.
Mehr lesen: Grundsatzartikel Barrierefreies Webdesign zwischen Webstandards und Universellem Design (PDF 254 KB) von Brigitte Bornemann-Jeske, erschienen in IWP 8/2005.
Wem nützt barrierefreies Webdesign?
Natürlich ist die Barrierefreiheit wichtig für Menschen mit Behinderungen. Barrierefreie Websites sind sogar unverzichtbar für Menschen, die Gedrucktes nicht lesen können. Am meisten nützt es aber dem Besitzer einer Website selbst, wenn er seine Seiten barrierefrei gestaltet.
Barrierefreie Websites sind standardkonform und auch unter ungünstigen Bedingungen nutzbar. Damit haben Sie als Informationsanbieter die Sicherheit:
- Alle Ihre Kunden und Interessenten, auch ältere und behinderte Menschen können Ihr Angebot nutzen.
- Ihr Angebot kommt in Haushalten mit älteren Computern ebenso gut an wie in Firmen mit modernster Ausstattung. Sogar von unterwegs mit mobilen Endgeräten ist Ihre Website bedienbar.
- Ihr Internetauftritt ist sauber und pflegeleicht programmiert. Das spart Geld, wenn Sie später Ihr Angebot erweitern wollen.
- Auch Suchmaschinen lieben barrierefreie Websites. Barrierefrei werden Sie im Internet besser gefunden.
Richtlinien
Barrierefreie Websites halten sich an die Regeln, die vom W3C World Wide Web Consortium herausgegeben werden. Die Regeln für zugängliche Web-Inhalte (WCAG Web Content Accessibility Guidelines) beschreiben, wie man Websites gestalten und programmieren sollte, damit sie auch von Menschen mit Behinderungen gelesen werden können.
In Deutschland sind diese Regeln für öffentliche Websites gesetzlich vorgeschrieben. Die BITV (Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung) verpflichtet die Bundesbehörden, ihre Websites barrierefrei zu gestalten.
Checkliste
Bilder und Animationen:
Beschreibe die Funktion jeder Grafik mit dem ALT-Attribut.
Diagramme:
Beschreibe Diagramme im Text oder verwende das LONGDESC-Attribut.
Multimedia:
Verwende Untertitel und Transkriptionen für Audio. Verwende Audio-Deskriptionen für Video.
Hypertext-Links:
Link-Texte sollten verständlich sein, wenn nicht im Textzusammenhang gelesen. Vermeide z.B. "Hier klicken".
Aufbau der Seite:
Verwende HTML-Auszeichnungen korrekt. Verwende Überschriften, Listen und eine klar gegliederte Struktur. Verwende CSS zur Formatierung.
Skripte, Applets & Plug-Ins:
Biete Alternativen an für den Fall, daß Skripte etc. ausgeschaltet sind oder von Hilfstechniken für Behinderte nicht unterstützt werden.
Frames (Rahmen):
Verwende verständliche Titel für Frames. Verwende NOFRAMES, um eine alternative Navigation zur Verfügung zu stellen.
Tabellen:
Tabellen sollten Zeile für Zeile lesbar sein. In Datentabellen: Biete eine Zusammenfassung des Inhalts an. Tabellen für Seitenlayout: Achte darauf, dass die linearisierte Reihenfolge sinnvoll ist.
Testen:
Überprüfe die Seite mit allen gängigen Browsern und mit den Hilfstechniken zur Computernutzung für Blinde und Sehbehinderte.
Diese Checkliste wurde nach den WAI Quick Tips erstellt. Vollständige Richtlinien sind erhältlich unter www.w3.org/WAI. Eine praxistaugliche Umsetzung bietet der BITV-Test des BIK-Projekts, an dem bit.informationsdesign mitgewirkt hat.
Beispiele von bit.informationsdesign
bit.informationsdesign macht barrierefreie Websites seit 1999. Noch länger beraten wir Informationsanbieter bei der barrierefreien Gestaltung ihrer Internetseiten.
Stadtinformationssysteme wenden sich an jedermann, auch an behinderte Nutzer. Ein positives Beispiel gibt der Direkte Bürger-Informationsservice DiBIS bei hamburg.de. Schon in den Anfangsphasen von DiBIS 1997 wurde bit.informationsdesign als Berater hinzugezogen und hat mitgeholfen, dass das Auskunftssystem auch für Blinde und Sehbehinderte zugänglich ist.
Große Informationssysteme sind so komplex, dass Webdesigner immer wieder nach neuen Techniken suchen, um einen Überblick herzustellen. Nur: Die neuesten Techniken sind meist nicht barrierefrei, weil die Technik der Anwender immer hinterherhinkt. Bei bit.informationsdesign gehen wir einen anderen Weg. Wir schaffen eine durchdachte logische Struktur, die mit einfachen technischen Mitteln umgesetzt werden kann. Unsere Websites bauen wir mit HTML und CSS, sonst nichts. Schon 2001 haben wir für die Website des Seminaranbieters Orgoville Hamburg eine ungewöhnliche und schöne Gestaltung gefunden. Aktuelle Beispiele sind jeske-tavira.com, ayurveda-massage-altona oder Usablebrands. Diese Seiten widerlegen das Vorurteil, barrierefreies Design sei langweilig.
bit.informationsdesign wird auf der 95plus-Liste mit Agenturen für barrierefreie Webangebote geführt. Der Einkaufsführer Barrierefreies Internet empfiehlt bit.informationsdesign als qualifizierte Webagentur.














